Gartenliege selber bauen
mit Maßen, die zu dir passen, und Holz, das draußen hält
Eine selbstgebaute Liege kann genau so lang, so hoch und so geschwungen werden, wie du es brauchst. Damit sie nach dem ersten Sommer nicht wackelt oder vergraut, entscheidest du schon vor dem ersten Sägeschnitt über Maße, Holzart und Verbindungen.
Welche Liege soll es werden? Bauformen und Maße
Bevor du Holz kaufst, legst du zwei Dinge fest, nämlich die Bauform und deine Maße. Beides hängt zusammen, denn eine Wellenliege bekommt ihre Liegeposition fest in die Seitenwangen gesägt, während du sie bei einer Liege mit Rückenlehne später verstellst.
Wellenliege
Zwei ausgesägte Seitenwangen geben die Form vor, quer darüber liegen Latten. Die geschwungene Fläche folgt der Körperhaltung und liegt sich auch ohne dicke Auflage angenehm, wie bei einer gekauften Schwungliege. Die Form kannst du später nicht mehr ändern, deshalb lohnt das Probeliegen vor dem Verschrauben.
Liege mit verstellbarer Rückenlehne
Ein gerader Rahmen mit Beinen, das Kopfteil als eigener Lattenrost an Scharnieren. Eine Stütze, die in eine Rastleiste mit Kerben greift, hält die Lehne. Vier bis sechs Positionen reichen, um zu sonnen, zu lesen und aufrecht zu sitzen. Diese Bauform braucht die meisten Bauteile und die genaueste Arbeit.
Palettenliege
Europaletten messen 120 × 80 × 14,4 cm. Zwei hintereinander ergeben eine Liegefläche von 240 × 80 cm, zwei Lagen übereinander knapp 29 cm Höhe. Mit Auflage wird daraus eine flache Liege, die du an einem Nachmittag aufbaust. Sie ist schwer und bleibt am besten an ihrem Platz.
Die Maße leitest du von deinem Körper ab, nicht von einem fremden Plan. Eine Norm hilft dir dabei nicht weiter, denn die Außenmöbelnorm EN 581 regelt Sicherheit und Festigkeit, schreibt aber keine Liegemaße vor. Die Werte in der Tabelle sind die Größen, die sich bei gekauften Liegen bewährt haben (mehr dazu im Ratgeber zu den Maßen von Gartenliegen).
| Maß | Richtwert | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Liegelänge | Körpergröße plus 10–20 cm | Bei der Wellenliege misst du entlang der Kurve, nicht die gerade Länge der Wange |
| Liegebreite | 60–70 cm | Wenn du dich viel drehst oder angewinkelt liegst, nimm eher 70 cm |
| Sitzhöhe | 30–35 cm oder 45–50 cm | Flach liegt sich entspannt, auf Stuhlhöhe stehst du leichter auf |
| Rückenlehne | 4–6 Positionen | Eine leicht erhöhte Lage kann die Lendenwirbelsäule entlasten |
Bist du 1,85 m groß, planst du also eine Liegefläche von 195–205 cm. Bei Knie- oder Rückenbeschwerden lohnt die höhere Sitzhöhe von 45–50 cm, denn du setzt dich dann hin, statt dich aus der Hocke hochzudrücken. Welche Form im Liegen wirklich bequem ist, erklärt der Ratgeber Welche Gartenliege ist bequem?
Holz und Material für draußen
Wie lange deine Liege draußen hält, entscheidest du mit der Holzart. Die Norm DIN EN 350 teilt Kernholz nach seiner natürlichen Widerstandskraft gegen Pilze in Dauerhaftigkeitsklassen ein, von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht dauerhaft). Für eine Liege, die den Sommer über im Garten steht, greifst du am besten zu Robinie oder Eiche (Klasse 1–2). Lärche und Douglasie (Klasse 3–4) sind die günstigere Wahl, Fichte mit Klasse 4 braucht einen Unterstand oder Holzschutz.
| Holzart | Dauerhaftigkeit (DIN EN 350) | Für deine Liege |
|---|---|---|
| Robinie | Klasse 1–2 | Sehr widerstandsfähig, aber hart zu bearbeiten und seltener als Zuschnitt erhältlich |
| Eiche | Klasse 2 | Schwer und stabil, gut für Wangen; unbedingt vorbohren |
| Lärche | Klasse 3–4 | Heimisch und günstiger, als Latte und Bohle gut zu bekommen |
| Douglasie | Klasse 3–4 | Ähnlich wie Lärche, oft als gehobelte Latte im Baumarkt |
| Fichte | Klasse 4 | Günstig und leicht zu sägen, für draußen nur mit Holzschutz oder unter Dach |
Multiplexplatten sind für die geschwungenen Wangen verlockend, weil du die Welle in einem Stück aus der Platte sägst. Die vielen verleimten Furnierlagen nehmen an den Schnittkanten aber Wasser auf. Nimmst du Multiplex, dann wetterfest verleimte Ware mit gut versiegelten Kanten, und stell die Liege nach dem Gebrauch unter. Welche Hölzer sich bei gekauften Liegen bewährt haben, steht im Ratgeber zur Gartenliege aus Holz.
Bei den Schrauben sparst du am falschen Ende, wenn du verzinkte Ware nimmst. Eiche und Lärche enthalten Gerbstoffe, die mit Eisen reagieren und dunkle Flecken rund um den Schraubenkopf hinterlassen. Edelstahl A2 reicht im Garten. Steht die Liege am Pool mit Chlorwasser, nimmst du A4. Für die Scharniere einer verstellbaren Lehne gilt dasselbe.
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Bauplan und Schritt für Schritt
Der Bauplan beschreibt eine Wellenliege mit 65 cm Liegebreite und 4 cm starken Wangen. Für andere Breiten rechnest du die Längen einfach um. Den geraden Zuschnitt der Latten und Querverbinder kannst du dir im Baumarkt machen lassen, die Kurve der Wangen sägst du selbst.
Materialliste
2 Seitenwangen aus Bohlen oder wetterfest verleimter Platte, rund 40 mm stark und breit genug für die ganze Welle; 3 Querverbinder, je 57 cm lang (65 cm Liegebreite minus zweimal 4 cm Wange); Latten von etwa 70 mm Breite und 20–24 mm Stärke, je 65 cm lang, Anzahl nach der Länge deiner Kurve; Edelstahlschrauben 4 × 50 mm für die Latten (vier je Latte); längere Edelstahlschrauben von mindestens 80 mm und 6 Edelstahlwinkel samt passenden Edelstahlschrauben für die Querverbinder; Öl oder Lasur für außen.
Werkzeug
Stichsäge mit Holzsägeblatt für die Kurve, Akkuschrauber, Holzbohrer und Senker, Schleifpapier in 120er Körnung (mit Schleifer geht es schneller), zwei Schraubzwingen, Zollstock, Winkel, Bleistift, eine Schnur, Packpapier oder Pappe samt einer dünnen, biegsamen Leiste für die Schablone und als Abstandhalter eine Restleiste von gut einem Zentimeter Stärke.
1. Schablone zeichnen
Zeichne die Welle in Originalgröße auf Packpapier oder Pappe, mit erhöhtem Kopfteil, einer Mulde unter dem Gesäß und leicht angehobenen Knien. Eine dünne, biegsame Leiste hilft dir, eine gleichmäßige Kurve zu ziehen. Leg danach eine Schnur auf die Linie und miss nach, ob die Länge deiner Körpergröße plus 10–20 cm entspricht. Der tiefste Punkt der Mulde liegt so hoch über dem Boden, wie du sitzen willst.
2. Seitenwangen aussägen
Übertrage die Schablone auf das erste Brett und säge die Welle mit der Stichsäge aus. Diese Wange legst du als Vorlage auf das zweite Brett. Spann beide mit Zwingen zusammen und schleif die Kurven gemeinsam glatt, dann sind sie gleich.
3. Gestell verschrauben
Setz die drei Querverbinder an Kopf, Mitte und Fuß zwischen die Wangen, bohre vor und verschraube sie von außen durch die Wange. Weil diese Schrauben ins Hirnholz der Querverbinder greifen, nimmst du die langen 80-mm-Schrauben und setzt an jedem Ende innen zusätzlich einen Edelstahlwinkel. Miss danach die beiden Diagonalen des Gestells. Sind sie gleich lang, steht es rechtwinklig.
4. Probeliegen
Leg einige Latten lose auf die Kurve an Rücken, Gesäß und Knien und leg dich vorsichtig darauf. Drückt die Kante im Kreuz oder hängen die Beine zu tief, schleifst du die Wangen jetzt noch nach. Nach dem Verschrauben geht das kaum noch.
5. Latten befestigen
Brich die Kanten jeder Latte mit Schleifpapier, damit Wasser abläuft und nichts splittert. Fang am Kopfende an, lege die Restleiste als Abstandhalter zwischen die Latten und bohre jede Schraubstelle vor. Zwei Schrauben je Seite halten die Latte, ohne dass sie sich verdreht. Senk die Köpfe leicht ein, damit nichts an Haut oder Auflage hängen bleibt.
6. Schleifen und schützen
Schleif die ganze Liege noch einmal mit 120er Papier, wisch den Staub ab und trag Öl oder Lasur auf. Lass den Anstrich nach Herstellerangabe trocknen, bevor du dich hineinlegst oder eine Auflage darauflegst.
Ohne Vorbohren spalten Latten am Rand, und Eiche reißt leicht ein. Bohr deshalb jede Schraubstelle vor, bei Hartholz etwas größer als bei Nadelholz.
Nur Latten als Verbindung machen das Gestell wacklig, denn die Wangen kippen unter Last seitlich weg. Die Querverbinder geben der Liege ihre Steifigkeit, die Latten tragen dich.
Kurze Schrauben im Hirnholz ziehen sich unter Last heraus. Wo du ins Hirnholz schraubst, wie an den Enden der Querverbinder, nimmst du lange Schrauben und sicherst die Stelle mit einem Winkel aus Edelstahl.
Trägt die Liege? Belastung und Stabilität
Eine gekaufte Liege hat eine Herstellerangabe zur Traglast, meist 100–120 kg bei Standardmodellen, und die Außenmöbelnorm EN 581 prüft für Personen bis 110 kg. Deine selbstgebaute Liege hat weder das eine noch das andere. Du bist deshalb selbst dafür verantwortlich, dass sie hält, und solltest als Faustregel 20–30 % Reserve über deinem Körpergewicht einplanen. Wiegst du 100 kg, baust du also so, als müsste die Liege 120–130 kg tragen.
Am stärksten belastest du die Liege nicht im Liegen, sondern beim Hinsetzen und Aufstehen. Dann drückt dein Gewicht auf wenige Latten, und wer sich mit Schwung fallen lässt, erzeugt kurz deutlich mehr Kraft als sein Körpergewicht. Wie sich das bei gekauften Liegen auswirkt, erklärt der Ratgeber zur Belastbarkeit von Gartenliegen.
Latten nicht zu dünn wählen
Biegen sich die Latten spürbar durch, wenn du dich in die Mulde setzt, sind sie für die Spannweite zu dünn. Dann nimmst du stärkere Latten oder setzt in der Mitte eine zusätzliche Längsleiste darunter.
Gestell aussteifen
Drei Querverbinder halten die Wangen parallel. Wackelt das Gestell trotzdem, wenn du es an einer Ecke anhebst, ziehst du die Schrauben nach oder ergänzt einen weiteren Verbinder.
Kippen am Ende vermeiden
Eine Wellenliege steht auf den Unterkanten ihrer Wangen. Setzt du dich ganz ans hohe Kopf- oder Fußende, kann sie kippen, wenn die Standfläche zu kurz ist. Probier das beim ersten Test vorsichtig aus.
Schrittweise belasten
Setz dich bei der ersten Probe langsam in die Mitte, leg dich dann hin und rutsch erst danach an die Enden. Erst wenn nichts knarzt oder nachgibt, nutzt du die Liege wie eine gekaufte.
Willst du die Liege zu zweit nutzen, reicht eine verstärkte Einzelliege meist nicht. Dafür baust du breiter und stabiler oder greifst zu einer Doppelliege. Kontrolliere die Schrauben einmal pro Saison und nach dem Winter, denn Holz arbeitet und Verbindungen lockern sich mit der Zeit.
Wetterschutz, Pflege und Kosten
Für die Oberfläche hast du vier Möglichkeiten. Mit Öl bleibt das Holz offenporig und fühlt sich warm an, du musst aber dranbleiben und es einmal im Jahr nachölen, bei praller Sonne oder viel Regen zweimal. Lässt du das Nachölen schleifen, bekommt das Holz dunkle Flecken statt einer gleichmäßigen Patina. Eine Lasur schützt länger und gibt Farbe, Lack deckt am stärksten, platzt aber an Kanten ab, wenn das Holz arbeitet. Lässt du die Liege unbehandelt, vergraut sie silbern. Bei Eiche oder Robinie ist das eine Frage des Geschmacks, bei Fichte kostet es Lebensdauer. Wie du Holz richtig ölst, steht im Ratgeber Gartenliege pflegen.
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Dein Holz hält länger, wenn es nach einem Regen schnell wieder trocknet. Die Fugen zwischen den Latten lassen Wasser ablaufen, die gebrochenen Kanten verhindern stehende Tropfen. Stell die Liege auf einen festen, ebenen Platz statt direkt auf feuchte Erde oder Rasen, denn die Unterkanten der Wangen saugen sonst Wasser. Welcher Boden sich eignet, erklärt der Ratgeber zum Untergrund für die Gartenliege. Über den Winter bringst du die Liege trocken und luftig unter oder deckst sie mit einer atmungsaktiven Hülle ab, Einzelheiten stehen im Ratgeber Gartenliege überwintern.
Rechne die Kosten durch, bevor du loslegst. Eiche, Edelstahlschrauben und Öl summieren sich, und eine Liege aus Fichte ist im Material zwar günstig, braucht aber mehr Pflege. Schreib deine Materialliste auf, lass dir im Baumarkt den Preis inklusive Zuschnitt geben und vergleiche ihn mit einer gekauften wetterfesten Gartenliege oder den Gartenliegen im Vergleich. Der Vorteil des Eigenbaus liegt meist weniger im Preis als in Maßen und Holz, die du selbst bestimmst. Geht an der fertigen Liege später etwas kaputt, hilft dir der Ratgeber Gartenliege reparieren weiter.
FAQ: Gartenliege selber bauen
Welches Holz eignet sich, um eine Gartenliege selber zu bauen?
Welche Maße braucht eine selbstgebaute Gartenliege?
Wie baue ich eine Wellenliege ohne fertige Schablone?
Kann ich eine Gartenliege aus Paletten bauen?
Wie viel Gewicht trägt eine selbstgebaute Gartenliege?
Lohnt es sich, eine Gartenliege selbst zu bauen?
Gartenliege selber bauen: Unsere Empfehlung
Für den ersten Eigenbau ist die Wellenliege die beste Wahl. Du brauchst dafür vor allem eine Stichsäge, einen Akkuschrauber und Geduld beim Zeichnen der Schablone. Plane die Liegelänge mit deiner Körpergröße plus 10–20 cm, wähle Eiche, Robinie, Lärche oder Douglasie und verschraube mit Edelstahl. Mit drei Querverbindern, vorgebohrten Latten und einer schrittweisen Belastungsprobe bekommst du eine Liege, die du selbst nachziehen und nachölen kannst.
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Ich betreibe gartenliege-test.de und habe in dieser Zeit 20 Modelle ausführlich verglichen und viele weitere gesichtet. Mein Ziel: Dir helfen, die perfekte Gartenliege zu finden – ohne endloses Suchen.